Freedom Papers

Wortgetreues Theaterstück mit Musik


Aufführung am 20. Januar 2019



Wieso ein Theaterstück über Freiheit? Facebook gibt es seit 2004. Dessen Benutzer haben Kontakte aus allen Lebensphasen. Julia Schwartz zum Beispiel hat viele Facebook-Freunde aus ihrer Kindheit und Jugend in den USA. Manche Beiträge auf Facebook beunruhigen stark: Einige Kollegen sind glückliche oder militante Waffenträger. Andere „Freunde“ äussern sich auf despektierliche Art gegenüber andersartigen oder andersdenkenden Menschen. Das nennen sie Redefreiheit. Sie prahlen mit verschwenderischen Handlungen. Das gehört zu ihrem Freiheitsbild. Das Wort Freiheit kommt heute immer wieder vor: Freiheit von, Freiheit zu, sich die Freiheit nehmen, frei sein.... Wir alle nehmen das Wort sehr leicht in den Mund. Ein Theaterstück ist die ideale Form, um die Frage „Was bedeutet uns Freiheit heute?“ zu thematisieren.

Wie hat sich die Idee von Freedom Papers entwickelt? Im Jahr 2017 ruft Schwartz zu Material über „Freiheit“ auf, mit der Absicht, ein Theaterstück damit aufzubauen. Die gesuchten Aussagen dürfen persönlich, unmittelbar und sogar roh sein. Zu ihr flattern lustige, traurige, bissige, krasse und nachdenkliche Texte in Form von Kurzgeschichten, Erinnerungen, Gedichten und Aphorismen. Das gesammelte Material webt sie zu einem Werk zusammen und komponiert Musik dazu. Grundsätzlich gilt: So viel wie möglich, was an Material kommt, wird gebraucht. Das Wesen der Beiträge und damit des Dokumentartheaters muss intakt bleiben.

Was will Freedom Papers eigentlich? Die Vielfalt des Textmaterials zeigt, dass es nicht eine einzelne Freiheit über alles gibt. Es sind kleine und grosse Freiheiten. Es gibt Freiheiten, die eine Beeinträchtigung der Freiheit eines anderen bedeuten. Es gibt kulturelle Unterschiede, wie zum Beispiel: Was in den USA als Freiheit gilt ist in der Schweiz keine.

Bei Freedom Papers geht es nicht darum, gestandenen SchriftstellerInnen eine Plattform zu geben, mit der Ausnahme von Regi Claire mit der Kurzgeschichte „Wenn unsere Leben beginnen“. Sondern es kommen Menschen wie du und ich zu Wort. Die verschiedenen Aussagen sind absichtlich nicht intellektuell zensuriert oder verdichtet worden, um ein authentisch aktuelles Stück zu ermöglichen.

Wir möchten vor dem Publikum den farbenfrohen Fächer der verschiedenen Freiheiten öffnen und zeigen, dass das Erleben von Freiheit nicht nur Licht sondern auch Schatten haben kann. Freedom Papers kann nie alle möglichen Freiheits-Ideen beinhalten und wird daher nie vollständig sein.

Das Staatsarchiv Frauenfeld ist ein Ort, wo es eine reiche Vielfalt an Dokumenten gibt und ist somit ein sehr geeigneter Schauplatz für Freedom Papers.



Siehe Photos in Galerie.